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Der Hauptmann
Blu-ray erhältlich ab dem 07.09.2018 in Deutschland Freigabe 16 (DE) Laufzeit ca. 119 Min.
zum Film
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Bewertung
Film:
4,50 von 5,0
 
Medium:
4,50 von 5,0
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M.Kethler, 06.08.2018
 
Film:
4,5 von 5,0 
Bild:
4,5 von 5,0 
Ton:
4,5 von 5,0 
Ausstattung:
Keine Wertung
 
Kritik:


Film: Der von Robert Schwentke inszenierte Film "Der Hautmann", gehört sicherlich zu den besten Beiträgen des deutschen Kinos der letzten Jahre. Der auf wahren Begebenheiten beruhende Film erzählt die Geschichte eines einfachen Gefreiten in der Uniform eines Hauptmanns wenige Wochen vor Kriegsende. Es ist eine weitere, wenn auch sehr ungewöhnlich-skurrile Facette deutscher Kriegsverbrechen. Mit der Autorität der Hauptmannsuniform übernimmt der von seiner Einheit getrennte Gefreite Willi Herald (Max Hubacher) im Emsland das Kommando über andere verstreute Soldaten. Schon nach kurzer Zeit missbraucht Herald mit seinen Männern seine Macht in brutaler und bestialischer Weise und führt diverse Erschießungen und Standgerichte bei deutschen Deserteuren und Strafgefangenen durch. Mit der vermeintlich uneingeschränkten Vollmacht des Führers wird Herold zum Henker von Emsland und wird dabei noch während der Endzeitstimmung von den lokalen Verbänden der Wehrmacht, SS, Gestapo und Feldgendarmarie in ihrem Vakuum nach Autorität und Führung unterstützt. Nach Kriegsende wurden Herold und fünf seiner Männer 1946 von den Engländern für ihre Verbrechen hingerichtet.

Mit der Verfolgung von deutschen Deserteuren im 2. Weltkrieg geht Schwentke auf ein bisher eher selten aufgezeigtes Kriegsverbrechen ein. Der Film macht den ganzen Irrsinn, gerade so kurz von Ende des Krieges, in beklemmender Weise deutlich. Um selbst zu Überleben, müssen hier alle möglichen Figuren ständig Entscheidungen über Leben und Tod treffen. Der Großteil der Protagonisten macht sich dabei schuldig, andere versuchen ihre Verantwortung abzugeben und nur einzelne wählen in der existentiellen Situation den Freitod. Selbst die Landwirte in der Umgebung stechen eierklauende Deserteure gnadenlos mit Mistgabeln zu Tode. Kurz vor Kriegsende gibt es bei Schwendtke keine guten Nazis, jeder will nur Überleben, egal wie. Das alles mag in Friedenszeiten recht grotesk wirken, es zeigt aber wozu Menschen fähig sind, wenn es um ihr eigenes Überleben geht.

Die Intensität und Brutalität des Films profitieren dabei ungemein von der Schwarz-Weiß-Darstellung. Auch die kalte Endzeitstimmung im Emsland mit den heranrückenden Engländern kommt so bestens zur Geltung. Die verschreckende Ästhetik des Films passt.

Besonders hervorzuheben sind die exzellenten Darstellerleistungen. Max Hubacker überzeugt in seiner Rolle in beeindruckender Weise. Gleiches gilt auch für die zahlreichen anderen Darsteller wie Frederick Lau, Waldemar Kobus, Alexander Fehling und Bernd Hölscher. Bei Milan Peschel war ich aufgrund seiner nervenden Komödienrollen zunächst skeptisch, als Charakterdarsteller hat Peschel aber hier ebenfalls in brillanter Weise aufgespielt.



Bild: Die Blu-ray überzeugt mit einer sehr guten Bildqualität, bei der die besondere Schwarz-Weiß-Ästhetik des Films voll zur Geltung kommt. Die Bilder wirken so sehr rau und authentisch. Die Bildschärfe bewegt sich durchweg auf einem hohen Niveau. Gleiches gilt für die Darstellung von Details und Feinzeichnung von Texturen. Die Kontraste sind stets gut ausgewogen

Ton: Die Blu-ray ist mit einer deutschen 5.1 DTS-HD MA Tonspur ausgestattet. Trotz des beklemmenden Charakters und vielen dialoglastigen Szenen bietet der Track auch diverse akustische Höhepunkte. Nazi-Feiern in Baracken, Erschießungen, Artillerie- und Bombeneinschläge u.a. sorgen für vielfältige Abwechslung im gesamten Klangbereich. Die entsprechenden Szenen werden zudem mit der entsprechenden Präsenz kraftvoll und dynamisch dargestellt. Schüsse etc. wirken sehr authentisch. Die Dialoge sind jederzeit bestens zu verstehen.



Fazit: Grotesk, brutal und radikal. Deutsches Kino in seiner besten Form. Die mutige Inszenierung von Regisseur Robert Schwentke überzeugt mit einer genauso interessanten wie skurril-wahren Geschichte. Wenn man nicht wüsste, dass diese Dinge so passiert sind, würde man den Film für einen bissigen Satire-Beitrag halten. So bekommt man aber ein beklemmendes Stück deutscher Geschichte geboten, das aufgrund seiner gelungenen Inszenierung und der exzellenten Darstellerleistungen absolut sehenswert ist. In gewisser Weise ist der Film auch durchaus wieder aktuell, wo doch der Ruf nach autoritären Führern wieder weltweit zunimmt.
 
Testequipment:
Projektor: JVC DLA X5000
TV: Sony KD-65XE9305
Blu-ray/UHD: Panasonic DMP-UB900 UHD / Sony UBP-X800
Leinwand: DaVision Cadre light 240cm 16:9
Audio: Denon AVC-A 1 SE / Boxen: Jamo Two THX-D6 (7.1)
Raum: Vollständig dunkelblaues Heimkino (7x4 m)
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