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The Circle
Blu-ray erhältlich ab dem 26.01.2018 in Deutschland Freigabe 12 (DE) Laufzeit ca. 110 Min.
zum Film
Cover
Bewertung
Film:
3,50 von 5,0
 
Medium:
3,50 von 5,0
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M.Kethler, 28.01.2018
 
Film:
3,5 von 5,0 
Bild:
3,0 von 5,0 
Ton:
4,0 von 5,0 
Ausstattung:
Keine Wertung
 
Kritik:


Film: Obwohl "The Circle" inhaltlich einen beinahe zeitgemäßen Eindruck hinterlässt, handelt es sich hierbei um einen dystopischen Science-Fiction-Film. "The Circle" spielt in einer möglicherweise recht nahen Zukunft, in der große Unternehmen im Internet Google, Facebook, Amazon und alle anderen relevanten Dienste in einen Service verschmelzen und so hinter dem Deckmantel der Transparenz jegliche Privatsphäre aufheben und enorme Macht bekommen. Grundlage für den Film war der gleichnamige Roman von Dave Eggers aus dem Jahr 2013.

Der Film selbst lebt sehr stark von seinem interessanten Thema und bleibt allein schon deswegen bis zu seinem umstrittenen Ende spannend. Auf der andere Seite zeigt der Film aber einige Schwächen bei der Umsetzung. Unterm Strich polarisiert der Film in ähnlicher Weise wie das Buch, auch wenn im Film einige Elemente simplifiziert wurden. Die im Film dargestellte digitale Zukunft nimmt mit zunehmender Spieldauer immer faschistischere Züge an und endet in einem nahezu perfekten Überwachungsstaat, bei dem die Social-Network-Schafe dieser Circle-Welt begeistert mitmachen. Die durchaus unterschwellige Kritik an den Internet-Medien, sozialen Netzwerken, IT-Giganten, uneingeschränkter Datenerfassung usw. hätte durchaus noch etwas deutlicher manifestiert werden können. Unter Berücksichtigung der enormen Bedeutung fehlt es dem Film genauso wie den meisten seinen Figuren an Selbstreflexion. Manchmal hat man fast ein wenig den Eindruck der Film begeistert sich ein wenig für die Möglichkeiten des Internets. Die unterschwellige Kritik bleibt fast immer nur oberflächlich. Dem gegenüber gibt es jedoch auch kritische Stimmen, die der Meinung sind, dass hier Internet-Firmen grundlos und polemisch dämonisiert werden. Wenn man bedenkt, was Facebook, Google, WhatsApp & Co. bereits heute so alles an privaten Informationen auf ihren Datenspeichern gesammelt haben, kann man diese Kritik nicht ganz nachvollziehen.

Deutlich berechtigter ist dagegen die naive und unreflektierte Denkweise der Hauptfigur Mae (Emma Watson). Trotz deutlicher Warnhinweise ist sie es, die die Entwicklung letzten Endes sogar noch beschleunigt und zum Sprachrohr und Werkzeug des Circles wird. Die anfängliche Euphorie für den neuen Job in so einem Unternehmen ist sicherlich noch nachvollziehbar, aber spätestens bei der Szene mit der Maßregelung zur Präsenz in den sozialen Netzwerken innerhalb des Unternehmens sollte jeder halbwegs gebildete Mensch Anfangen die Dinge zu hinterfragen. Die hier zur Schau gestellte Naivität wird zwar von Emma Watson gut dargestellt, passt aber irgendwie nicht zur Figur und wirkt selten glaubwürdig.

Bei der ganzen Begeisterung der Circle-Menschen wird zudem jeglicher Widerstand gegen die total Überwachung und ein Leben ohne Privatsphäre durch andere weniger begeisterte Menschen und Gesetze einfach nahezu komplett ausgeblendet. Die faschistische Digitalisierung kann sich einfach so ausbreiten und wird begeistert von der Circle-Mitarbeitern und den Usern getragen.

Unterm Stich wird die Wahrnehmung des Films wohl auch ein wenig vom eigenen Umgang mit dem Internet und den sozialen Netzwerken wie Facebook etc. abhängen. Datenschutzfanatiker und Verschwörungstheoretiker werden in dem Film eine Art Verharmlosung der Gefahr sehen, während massive Social-Media-Nutzer und jene die Im Internet eine große Zukunft sehen die vermeintliche Dämonisierung nicht nachvollziehen können.



Bild: Für einen modernen Mainstream-Film fällt die Bildqualität der Blu-ray ziemlich enttäuschend aus. Die Bildschärfe und Detailwiedergabe ist für eine Blu-ray nur mittelmäßig. Manchmal wirkt das Bild auch ein wenig unruhig. Das Bild sieht auch weitestgehend flach aus und erzeugt eigentlich in keiner Szene so richtig plastisch anmutende Bilder. Durch ein streckenweise etwas kräftige Körnung wirkt der Film auch hier und da etwas schmuddelig. In einigen Totalen machen die Farben einen durchaus soliden Eindruck, insgesamt wirkt das Bild aber auch hier eher flau.

Ton: Die Blu-ray ist jeweils mit einer deutschen und einer englischen 5.1 DTS-HD-MA Tonspur ausgestattet. Obwohl "The Circle" ein stark dialogorientierter Film ist, gibt es durchaus diverse Szenen in den auch die hinteren Kanäle mit Umgebungsgeräuschen belebt werden. Dazu sorgt noch der Soundtrack für Abwechslung im gesamten Klangbereich. Der Track ist auch stets zur Stelle, wenn es mal etwas kraftvoller und dynamischer zu Werke geht, so wie zum Beispiel in einer Kajak-Szene oder wenn Tom Hanks in Steve Jobs Manier eine seiner Reden vor seinem begeistert klatschenden Circle-Mitarbeitern hält. Die Dialoge sind jederzeit klar und bestens zu verstehen.



Fazit: "The Circle" ist ein hochinteressanter Film der jedoch bei der Umsetzung und stereotypen Charakterisierung seiner Hauptfigur ein paar Schwächen zeigt. Der mit Emma Watson, Tom Hanks, Karen Gillan, John Boyega namhafte besetzte SF-Film bewahrt sich aber trotz dieser zur Schau gestellten Naivität seine Spannung und vermag auch in gewisser Weise kurzweilig zu unterhalten.
 
Testequipment:
Projektor: JVC DLA X5000
TV: Sony KD-65XE9305
Blu-ray/UHD: Panasonic DMP-UB900 UHD / Sony UBP-X800
Leinwand: DaVision Cadre light 240cm 16:9
Audio: Denon AVC-A 1 SE / Boxen: Jamo Two THX-D6 (7.1)
Raum: Vollständig dunkelblaues Heimkino (7x4 m)
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