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Die versunkene Stadt Z
Blu-ray erhältlich ab dem 17.08.2017 in Deutschland Freigabe 12 (DE) Laufzeit ca. 140 Min.
zum Film
Cover
Bewertung
Film:
3,50 von 5,0
 
Medium:
3,75 von 5,0
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M.Kethler, 18.08.2017
 
Film:
3,5 von 5,0 
Bild:
3,5 von 5,0 
Ton:
4,0 von 5,0 
Ausstattung:
Keine Wertung
 
Kritik:


Film:"Die versunkene Stadt Z" ist zum einen ein klassischer Abenteuerfilm, zum anderen ein Biopic. Erzählt wird die Geschichte des englischen Entdeckers Percy Fawcett, der 1906 erstmals im Auftrag der englischen Regierung den Dschungel zwischen Brasilien und Bolivien besuchte. Tief im abgelegen Dschungel entdeckte er als Landvermesser Spuren von alten Zivilisationen, allerdings konnten die Expeditionsgruppe aus Zeit- und Nahrungsgründen nicht mehr länger bleiben. Fawcett war aber von der Existenz einer alten Stadt, die er "Z" nannte überzeugt. Bis 1925 sollten sechs weitere gefährliche Entdeckungsreisen in das Amazonasgebiet folgen, mit denen Fawcett eben jene Existenz beweisen wollte...

Der Film basiert im Wesentlichen auf dem gleichnamigen Sachbuch, geht aber nicht auf alle Reisen von Fawcett ein. Regisseur James Gray fokussiert sich auf drei dieser Reisen. Trotz seiner Lauflänge von 141 Minuten kann der Film aber viele Aspekte nur am Rande beleuchten. Das ständige hin und her zwischen dem Dschungel und Großbritannien gibt einem manchmal das Gefühl "rein in den Dschungel, raus aus den Dschungel". Am längsten widmet sich der Film der ersten Reise. Im ersten Drittel des Films hat der Film auch seine stärksten Momente. Da kommt stellenweise ein Hauch von Herzogs Meisterwerken "Fitzcarraldo" und vor allem "Aguire, der Zorn Gottes" auf. Auch die eine oder andere Erinnerung an Francis Ford Coppolas "Apocalypse Now" wird hervorgerufen, oder auch an David Lean, gerade wenn man die künstlerisch sehr schön durchkomponierten Bilder betrachtet. Im weiteren Verlauf des Films werden die einzelnen Segmente aber immer kürzer, so dass die Gefahren und Strapazen der Reisen nicht mehr so intensiv auf den Zuschauer wirken. Der Survival-Charakter ist eigentlich nur während der ersten Reise zu spüren. Auch das Aufeinandertreffen der verschiedenen Kulturen kommt viel zu kurz auf den Entdeckungsreisen. Aufgrund der Vielzahl von Reisen und heimischen Ereignissen, wie zum Beispiel Fawcetts Einsatz als Soldat im 1. Weltkrieg, verzettelt sich Regisseur James Gray ab und an ein wenig, manchmal geht bei den enormen Zeitsprüngen fast schon der rote Faden verloren. Einzelne Szenen außerhalb des Dschungels sind auch durchaus unnötig oder zu lang. 30 bis 40 Minuten mehr oder ein besserer Fokus hätten den Film zu einem wahrhaft epischen Drama verhelfen können, so wirkt er trotz aller Spannung ein wenig oberflächlich. Für die zusätzlichen Minuten hätte aber wohl dem Kinopublikum dieser Tage Geduld und Sitzfleisch gefehlt. In dieser Hinsicht werden einige den Film sicherlich sogar als zu lang empfinden.

Davon einmal abgesehen bietet der Film ordentliche Kinounterhaltung im klassischen Gewand ohne überbordende Actioneinlagen. Selbst die kurze Kampfsequenz aus dem 1. Weltkrieg hat einen angenehm bodenständigen Charakter. Neben den visuell ansprechenden Bildern ist der Film auch sehr schön bezüglich seiner Kostüme und Kulissen ausgestattet. Im Gegensatz zum klassischen Abenteuerkino gibt sich Regisseur James Gray nicht allein schwärmend seiner exotischen Umgebung hin. Gray nimmt an einigen Stellen eine durchaus kritischere und weniger romantisierende Position ein. Im Kern ist es ohnehin eher ein Film über die Obsessionen eines einzelnen Menschen. Dieser Mensch wird von Charlie Hunnam in ansprechender Weise dargestellt. Er interpretiert seinen Part aber deutlich kühler und besonnener als z.B. Klaus Kinski in "Aguire, der Zorn Gottes". Robert Pattinson, der Fawcetts Begleiter spielt, ist mit ausgeprägtem Bart in seiner wortarmen Rolle kaum zu erkennen. Dafür liefert Sienna Miller hier sicherlich eine ihre bisher besten schauspielerischen Leistungen ab.

Kleiner Kritikpunkt noch am Rande. Dass die Ureinwohner tief im Dschungel Spanisch sprechen, obwohl diese bis dato so gut wie keinen Kontakt mit Europäern hatten, verwundert ein wenig?



Bild: Die Blu-ray bietet über weite Strecken eine ansprechende Bildqualität, weist aber auch ein paar kleinere Schwächen und Besonderheiten auf. In der Regel bewegt sich die Bildschärfe und Detailwiedergabe auf einem guten Niveau. Allerdings gibt es einige nicht ganz optimal fokussierte Einstellungen, die zu deutlichen Unschärfen führen. Diese Szenen sind zwar sehr auffällig, bleiben zum Glück aber Ausnahmen. Der Dschungel und die englischen Landschaften werden in natürlichen und lebendigen Farben dargestellt. In vielen Szenenmachen sich aber Grün- und Gelbfilter deutlich bemerkbar. Bei diesen Szenen wirken dann auch die Kontraste etwas zurückhaltender, so dass die Bilder vergleichsweise flacher aussehen. Der Schwarzwert ist kräftig ausgeprägt, in den dunklen Flächen gehen aber oftmals reichlich Details verloren.

Ton: Die Blu-ray ist jeweils mit einer deutschen und einer englischen 5.1 DTS-HD MA Tonspur ausgestattet. Im Gegensatz zum Bild kann sich der Ton deutlich öfter eindrucksvoll in Szene setzen. Große Stärke der beiden Tracks ist die Räumlichkeit, die einem das Gefühl gibt, mitten im Dschungel zu sein. Die sehr klaren und präzisen Umgebungsgeräusche sorgen für eine dichte Atmosphäre und einen Hauch Dschungelgefühl. Die passenden zumeist klassischen Musikstücke tragen ihren Teil zur Atmosphäre des Tracks bei. Außerhalb des Dschungels ist der Film abgesehen von einer Sequenz aus dem 1. Weltkrieg eher dialogorientiert. Die wenigen rasanteren Actionszenen werden mit einer entsprechenden Dynamik und Kraft dargestellt. Die Dialoge sind bis auf wenige Ausnahmen gut und klar zu verstehen.



Fazit: In seinem Kern ist "Die versunkene Stadt Z" ein klassischer und bodenständiger Genrebeitrag des Abenteuerkinos. Das ganz große Abenteuer- und Survival-Feeling stellt sich jedoch wegen der vielen Zeitsprünge und einer aufgrund der Vielzahl von Ereignissen eher oberflächlichen Abhandlung von Fawcetts Lebensgeschichte, nur teilweise ein. So richtig überzeugen kann der Film lediglich im ersten Drittel und am Ende des Films. Hier hätten eine längere Spieldauer und ein stärkerer Fokus dem Film noch mehr Tiefe geben können. Dennoch bietet der Film vor allem für Genre-Fans mehr als solide Unterhaltung, angereichert mit exotisch-schönen Bildern, einer interessanten Geschichte und ansprechenden Darstellerleistungen. Starke 3,5 Sterne.
 
Testequipment:
Projektor: JVC DLA X5000
Blu-ray: Panasonic DMP-UB900 UHD
Leinwand: DaVision Cadre light 240cm 16:9
Audio: Denon AVC-A 1 SE / Boxen: Jamo Two THX-D6 (7.1)
Raum: Vollständig dunkelblaues Heimkino (7x4 m)
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