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Hacksaw Ridge - Die Entscheidung
Blu-ray erhältlich ab dem 09.06.2017 in Deutschland Freigabe 16 (DE) Laufzeit ca. 139 Min.
zum Film
Cover
Bewertung
Film:
4,00 von 5,0
 
Medium:
4,75 von 5,0
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M.Kethler, 19.06.2017
 
Film:
4,0 von 5,0 
Bild:
4,5 von 5,0 
Ton:
5,0 von 5,0 
Ausstattung:
Keine Wertung
 
Kritik:


Film: Das mit sechs Oscarnominierungen und zwei Oscarauszeichnungen (Bester Schnitt und Bester Ton) dekorierte Kriegsdrama "Hacksaw Ridge" von Mel Gibson erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte des Sanitätssoldaten Desmond T. Doss (Andrew Garfield). Wie viele andere junge Amerikaner meldete sich Doss 1942 freiwillig für den Krieg. Aus Gewissensgründen trug er jedoch niemals eine Waffe bei sich. Statt Menschen zu töten, rettete er bei den Kämpfen auf der japanischen Insel Okinawa unter höchstem Risiko zahlreichen Kameraden das Leben und wurde mit der Medal of Honor ausgezeichnet.

Mel Gibson inszeniert seinen Kriegsfilm in gewohnt intensiver und handwerklich gekonnter Manier. Im ersten Drittel des Films lässt er sich zunächst einmal ausreichend Zeit, um die Hauptfigur seiner unfassbaren Geschichte sorgfältig einzuführen. So schlägt dem jungen Soldaten während der Ausbildung aufgrund seiner Überzeugung viel Antipathie entgegen. Den Respekt und die Achtung seiner Kameraden erfährt er erst später während der Kämpfe. In der vergleichsweise ruhigen Einführung ist dann auch noch Platz für eine Liebesgeschichte, in der Doss die Krankenschwester Dorothy (Teresa Palmer) kennenlernt und heiratet. Im zweiten Drittel zieht der Film dann Tempo und Intensität enorm an, sobald Doss mit seinen Kameraden auf Okinawa landet. Wie schon in "Bravehart" setzt Gibson auf intensive und durchschlagkräftige Bilder. Ähnlich wie bei Spielbergs "Der Soldat James Ryan" wird das Töten und Sterben im Nahkampf in ungeschönter Form dargestellt. Kopfschüsse, Blutlachen, abgetrennte Körperteile auf herausquirlende Gedärme prägen die Kampfszenen. Aufgrund der Brutalität und Härte wirken die Kampfszenen zwar realistisch, wenn man aber genauer hinschaut, dann wird doch oftmals deutlich, dass Gibson bei einigen Szenen im Sinne der Effekthascherei und Dramatisierung über das Ziel hinausschießt. Und wenn sich dann noch Soldaten mit halben Leichen als Schild auf den Feind stürzen wird es teilweise fast schon unfreiwillig komisch. Die Härte täuscht auch über einige andere kleinere historische Fehler und Logikmängel hinweg. So ballert z.B. Vince Vaughn als Kommandierender mit seiner MP gerade so als ob Munition im Gefecht unendlich wäre. Mit Bajonetten sind nur die Japaner ausgestattet, obwohl auch die US-Truppen in Okinawa mit Bajonetten ausgerüstet waren und so weiter. Die meisten Zuschauer werden sich aber wohl fragen, warum keiner der Japaner auf die Idee kommt einfach mal das Netz für den Aufstieg abzuschneiden oder direkt an der engsten Stelle beim Aufstieg zu attackieren? Von den üblichen Harakiri-Aktionen abgesehen, sind die Japaner auch hier mal wieder nichts weiter als eindimensionale Killer und am Ende ein Haufen Sterbemasse. Das Grauen des Krieges bekommt man hier nur aus Sicht der Amerikaner zu spüren. Das wird vermutlich nur wenige Zuschauer stören, Clint Eastwood hat in seinem "Letter of Iwo Jima" jedoch gezeigt, wie es besser geht. Trotz seiner Mängel gehört "Hacksaw Ridge" dennoch sicherlich zumindest was den Grad der Härte angeht zu den authentischeren Kriegsfilmen. Ein weiteres typisches Merkmal, das Gibson auch hier wieder verwendet, ist ein gewisses göttliches Pathos. Ein Teil davon ist sicherlich der Überzeugung der Hauptfigur geschuldet, Gibson macht aber manchmal noch ein wenig mehr daraus.

Die Darstellerleistungen sind durchweg überzeugend, vor allem Andrew Garfield kann hier positiv überraschen. Auch die Chemie mit Teresa Palmer stimmt. Abgerundet wird der gute Cast mit zahlreichen bekannten Darstellern in den Nebenrollen wie Hugo Weaving, Sam Worthington und Vice Vaughn.



Bild: Die Bildqualität der Blu-ray hinterlässt einen beinahe sehr guten Eindruck. Im Vergleich zu anderen Kriegsfilmen hat Gibson hier deutlich weniger mit Farbfiltern gearbeitet, so dass die Farben über weite Strecken natürlich und lebendig aussehen, vor allem bei den Szenen in Amerika. Und wo andere Kriegsfilme gerne auf eine grobe Körnung und einen leicht schmutzigen Look setzen, bietet "Hacksaw Ridge" in der Regel ein sauberes und klares Bild. Die Bildschärfe bewegt sich durchweg auf einem sehr hohen Niveau und auch die Darstellung von Details lässt nur wenig Wünsche offen. Die Kontraste sind zumeist gut ausgewogen.

Ton: Die Blu-ray ist jeweils mit einer deutschen und einer englischen 5.1 DTS-HD-MA Tonspur ausgestattet. Beide Tonspuren bewegen sich in technischer Hinsicht auf einem ähnlichen Niveau, so dass man sich hier den Film in sprachlicher Hinsicht ganz nach seinen eigenen Präferenzen anschauen kann. Besonders auffällig sind natürlich die zahlreichen Kampfszenen ab dem zweiten Dirttel des Films. Als Zuschauer wird man voll in das Geschehen mit reingeworfen, über alle Surroundkanäle hinweg vereilt sich das intensive Gefecht um einen herum. Unzählige direktionale Effekte und Umgebungsgeräusche sorgen für ein hohes Maß an Atmosphäre, Authentizität und ein Mittendringefühl. Die Action selbst wird jederzeit mit der notwendigen Präsenz in kraftvoller und dynamischer Manier dargestellt. Die Dialoge sind auch während der Kämpfe bestens zu verstehen.



Fazit: "Hacksaw Ridge" erzählt eine außergewöhnliche Geschichte und funktioniert als Unterhaltungsfilm sehr gut, sofern man das überhaupt bei einem Kriegsdrama sagen kann. Das gilt vor allem auch in Hinsicht auf die recht intensiven und schonungslosen Bilder des Kampfgeschehens. Auch handwerklich ist der Film in typischer Gibson-Manier sehr gut inszeniert, dazu kommen noch gute Darstellerleistungen. Als Antikriegsfilm funktioniert der Film aber trotz seiner Schonungslosigkeit nicht so richtig. Manche Zuschauer werden sich auch an dem eindimensionalen Bild der japanischen Gegner stören, genauso wie an manchen Logikmängeln und historischen Fehlern. Im Vergleich zu Filmen wie "Herz aus Stahl" macht "Hacksaw Ridge" aber trotz seiner Mängel einen authentischeren Eindruck.
 
Testequipment:
Projektor: JVC DLA X5000
Blu-ray: Panasonic DMP-UB900 UHD
Leinwand: DaVision Cadre light 240cm 16:9
Audio: Denon AVC-A 1 SE / Boxen: Jamo Two THX-D6 (7.1)
Raum: Vollständig dunkelblaues Heimkino (7x4 m)
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